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      Tag des Waldes


      Der Schlaftischler. Günter Steffner aus Ardning.  „Ein guter Tag beginnt mit einer guten Nacht“, sagt Tischlermeister Günter Steffner aus Ardning und hat sich deshalb der wichtigsten Sache im Leben verschrieben: dem Schlaf. Besonders erholsam wird er in einem seiner Zirbenbetten aus Mondholz. Dass sie im richtigen Zyklus geschlägert wurden, ist wichtig: „Die Bäume bewegen sich im Rhythmus des Mondes. Wenn er zunimmt, atmet der Baum ein. Er wird im Umfang eine Spur breiter und seine Zellen dehnen sich, weshalb er für Schädlinge anfälliger ist. Außerdem arbeitet dieses Holz mehr, es reißt, verdreht und wirft sich leichter.“ Deshalb nimmt Steffner für seine Betten am liebsten Holz, das bei abnehmenden Mond geschlägert wurde: „Da atmet der Baum aus. Er zieht sich zusammen und seine Zellen verdichten sich. Schädlinge können schlechter ins Holz eindringen und Spannungen treten auch nicht auf.“ Ob Holz was taugt, spürt er in seiner Hand – beinahe wie Holzflüstern ist das. Die Wirkung des Waldes überträgt sich auf uns im Schlaf: „Die Schwingung des Holzes ist den feinstofflichen Strukturen der Menschen ähnlich. Holz beruhigt uns deshalb – ein Bett aus massivem Holz, am besten von der Zirbe, ist immer eine Quelle der Erholung.“ Die Betten von Günter Steffner sind metall-, öl- und lackfrei und ein besonderes System für Lattenrost und Matratzen hat er in seinem Schlafstudio in Ardning auch. Das Geheimnis für guten Schlaf? Eigentlich ganz einfach: Es ist der Wald mit seiner Kraft – auf der lässt es sich am besten schlafen und ruhen.

      Die Zirbenliege. Tischlerei Zitz aus Judenburg Unsere Vorfahren brauchten dafür keine wissenschaftliche Bestätigung, sondern wussten intuitiv, dass die Zirbe als Königin der Alpen auch ein Wunderwerk der Natur ist. Wohlhabendere Bauern hatten deshalb früher oft eine Zirbenstube, in der man sich immer wohlfühlte. Dieses Wohlgefühl wollte Manfred Zitz, Seniorchef der gleichnamigen Tischlerei in Judenburg, in eine Liege bannen und tüftelte mehrere Jahre daran: „Ich wollte etwas entwerfen, das sich wie ein Liegestuhl nach hinten klappen lässt, gut an den Körper anschmiegt und aus einem einzigen Zirbenstamm geschnitten wird.“ Das Tüfteln zahlte sich aus, denn die Zirbenliege von Zitz wird heute als Beispiel für innovative Produkte aus traditionellen Werkstoffen an der Uni Graz und FH Joanneum vorgestellt und ist auch sonst der Renner – vor allem in steirischen Thermen. „Manche kommen einmal in der Woche, nur um auf der Zirbenliege zu schlafen“, erzählt Manfred Zitz, „und einige Gäste haben sie auf Anhieb gekauft und gleich mitgenommen. Es ist keine Seltenheit, dass manche Leute vom Thermenurlaub mit einer Zirbenliege nach Hause kommen.“ Die Zirbenliege von Zitz ist ein Einzelstück, wird in der Tischlerei in Judenburg bis ins Detail händisch gefertigt und bis nach Deutschland und Südtirol verschickt.  
       

      Der Massivholztischler. Hubert Steiner aus Ranten  Die Steiners – Maria, Hubert und Sohn Florian – leben und arbeiten auf 1.300m Seehöhe, in Ranten nahe der Salzburger Grenze. Wer aus den Fenstern der Werkstatt schaut, sieht tiefe Wälder auf steilen Berghängen, Bäume über Bäume. Vielleicht mit einer der Gründe, warum beide, Papa Hubert & Sohn Florian, Tischler sind und ausschließlich mit Massivholz arbeiten: „Damit drücken wir unsere Naturverbundenheit aus“, sagt Hubert Steiner. Er hat aus seinem Hobby den Beruf gemacht und sein Herz schon früh ans Holz verloren. Es kann ihm nie genug Holz sein, deshalb mischt er es auch fröhlich miteinander: „Viele meinen, dass das zu viel Holz auf einmal ist oder die Farbtöne nicht zusammenpassen, dabei entsteht aus der Verbindung von Holz mit Holz oft ein außergewöhnliches Wohnerlebnis.“ Das Holz für die meist noch handgehobelten Charakterstücke stammt vor allem aus den Wäldern ringsum – mit Fichte, Ahorn, Birke, Lärche und der Zirbe arbeiten die Steiners viel, aber auch mit den Obsthölzern Apfel, Zwetschke und Birne. Holz liebt Hubert Steiner auch wegen seiner vielen Gesichter: „Jedes Stück ist in seiner Maserung einzigartig. Wenn ich 100 Eichentische herstelle, ist trotzdem jeder ein Einzelstück.“ Weil er den Wald so liebt, verhilft er dem Holz auch gern zur Wiedergeburt: „Wenn ich ein Baum wäre, wäre ich froh, wenn aus mir einmal ein Tisch oder Bett wird, weil mein Leben dann wieder von vorne beginnt.“ Sagt’s und setzt den Hobel an – während draußen die Bäume in den Himmel wachsen.